Der Getreidespeicher (das Silo) in Bad Essen als »Europäisches Kulturerbe«!

Der Getreidespeicher (das Silo) in Bad Essen als »Europäisches Kulturerbe«!

Im europäischen Kulturerbe-Jahr ist es bestimmt möglich, aus der EU (Brüssel), aus Deutschland (Berlin), aus Niedersachsen (Hannover), dem Landkreis (Land Osnabrück), und der Gemeinde Bad Essen ausreichend Zuschüsse und eventuell Spenden aus der Bevölkerung bei Vorlage einer gut ausgearbeiteten Idee für den Erhalt des Getreidespeicher Bad Essen, zu bekommen.

Hafen Bad Essen, der Getreidespeicher

Für die Umsetzung folgender Idee sollte ein bestehender oder neu zu gründender Verein mit entsprechenden Rechten, Pflichten und Geld ausgestattet sein.

1.) Zuerst sollten Dach und Fassaden in einen dauerhaft ansehnlichen und stabilen Zustand gebracht werden. Vielleicht können Vorbereitungen getroffen werden, so dass das Silo weitestgehend energieautonom betrieben werden kann.

2.) Um eine in viele Richtungen offene Nutzung der vorhandenen Etagen zu gewährleisten, sollten im Voraus folgende Dinge bauseitig eingerichtet werden: ein Lastenfahrstuhl, ein Personenfahrstuhl, ein Treppenhaus, in einer Siloröhre eine Nottreppe sowie eine Siloröhre als Verwendung für alle Leitungen (Wasser, Abwasser, Energie, Datenleitungen usw.) und eine weitere Siloröhre für Abgas der Heizungen aus den einzelnen Etagen usw. Geeignete Röhren, ich glaube neun mit einem Durchmesser von ca. fünf Metern, sind dafür genug vorhanden.

3.) Diese so vorbereiteten Etagen sollten dann an Vereine, passende Gewerbe, junge Start-Ups oder Ähnliches abgegeben werden. Es ist sogar vorstellbar, eine kleine Künstlerkolonie im Silo anzusiedeln. Eine vernünftige Gemengelage der verschiedenen Gewerke sollte vielleicht im Vorhinein als immer neu verhandelbare Leitlinie zur Nutzung des Giganten geplant werden. Vernünftig ist sogar, den ganzen »Altkreis Wittlage« in das Konzept mit einzubeziehen.
Vielleicht könnten hier endlich die Worthülsen, Citta Slow, Fair Trade oder die Nominierung Bad Essens für die »Goldene Lüsterklemme« (=die Umsetzung energieeffizienter Konzepte durch Kommunen) mit begreifbaren Inhalten versehen werden.

4.) Die untere Etage und die Kelleretage sollte für die Infrastruktur anzusiedelnder kleiner Dienstleistungsgewerbe verwendet werden. Ich stelle mir das folgendermaßen vor: An den beiden Wasserseiten könnten außen an der Mauer des Silos kleine Gastgewerbe wie Eisdiele, Imbissbude, Cocktailbar, Kiosk, Döner, Pizza, Crêpes mit entsprechendem Sonnen- und Regenschutz usw. angesiedelt werden. Wichtig an dieser Stelle ist, eine kleine vielfältige Tag und Nachtökonomie, die alleine durch ihren Betrieb und ihre Öffnungszeiten automatisch dafür sorgt, dass der Hafen und Freizeitbetrieb an diesem Ort spannungsfrei abläuft. Leider hat sich diese Betrachtungsweise an der Konzeption der momentan noch im Bau befindlichen »Hafenfestung« aus Kostengründen nicht durchsetzen können.

Hypothese: Ich glaube das diese oben genannten Ausführungen bei Abriss und Planung der Überbauung des so frei werdenden Baugeländes zur Anwendung kommt, aber aus ökonomischen Gründen, ähnlich wie bei der von mir so genannten »Hafenfestung« alsbald verworfen wird. Dadurch wird die nächtliche Freizeitgestaltung unserer jungen Leute zu einem ewigen Zankapfel, mit dem Endergebnis: Einfrieden, Wachschutz, Niveau und Wohnqualitätsverlust zudem mit der Konsequenz, dass der beteiligte Steuerzahler vom barrierefreien Zutritt der Anlage weitestgehend abgehalten werden wird! Das möchte ich nicht!

Warum ist es fast unmöglich, in einem entstehenden Neubau anstelle des Silos, eine Gastronomie vernünftig zu betreiben? Angedacht wird sicherlich eine Gastronomie mit mindestens 100 Sitzplätzen und entsprechenden Außen-Sitzplätzen. Weil die dafür zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten zumeist im Rohbau an den späteren Betreiber übergeben werden, sind erhebliche Investitionen nötig; runtergerechnet auf jeden Sitzplatz mit einer Investitionsgröße, je nach Niveau der Einrichtung, von ca. 4-8000 €. Für die Einrichtung benötige ich für Küche, Kühlräume, Lager, Sozialräume für Angestellte, Büro und Gasträume ca. 250 qm. Ich nehme an, dass der Quadratmeter ca. 3.200€ kosten wird, wie viel Pacht wird daraus generiert!? Zur Bewirtschaftung werden mindestens 20 Leute benötigt, (Festangestellte und Teilzeit-Beschäftigte) wie viel Cappuccino, Bier, Wein, Essen muss für so eine große Investition verkauft werden …? Cappuccino 3,-€? Die Idee mit der Gastronomie wird schnell verworfen werden! Wer schützt dann den Hafen? Wer macht die Anlage Interessant? Ohne Tag und insbesondere Nachtökonomie, in ihren vielfältigen Formen, ist das Hafengebiet dem Wertverfall preisgegeben«! Ich halte das von mir oben beschriebene »Konzept« für gut und machbar.
Zukünftige Investoren denken nur in 10-Jahres-Zyklen!! Es liegt zwar im Trend, aber lasst uns an dieser Stelle den Generationenvertrag nicht auflösen! Wir wissen nicht, was nach einem Abriss kommt!! Das Silo kann noch in 500 Jahren, als Gewinn für die uns Nachgeborenen erhalten bleiben!

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